Unsere KI-Richtlinie
Wofür wir Künstliche Intelligenz einsetzen, wie wir sie sehen — und wo wir bewusst Grenzen ziehen.
Präambel
Es gibt zwei Lager im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Das eine träumt von einer Maschine, die alles weiß. Das andere fürchtet eine Maschine, die alles ersetzt.
Wir gehören zu keinem dieser Lager.
Wir glauben, dass Künstliche Intelligenz das wichtigste medizinische Werkzeug der nächsten zwanzig Jahre sein wird. Nicht, weil sie Ärzte ersetzt — sondern weil sie Ärzten Zeit zurückgibt. Nicht, weil sie Patienten zu Daten macht — sondern weil sie Patienten endlich so beraten kann, als wären sie der einzige Mensch im Raum. Das gilt in Berlin genauso wie in Wien, Zürich, Amsterdam, Paris oder Tokio. Die Probleme moderner Gesundheitsversorgung sind sich überall ähnlicher, als das Selbstbild der einzelnen Systeme zugeben mag.
Wir schreiben diese Richtlinie nicht, um Compliance-Häkchen zu setzen. Wir schreiben sie, weil wir möchten, dass Sie als Allergikerin, als Arzt, als Mensch verstehen, wofür wir KI nutzen, wovon wir uns bewusst fernhalten — und woran wir glauben.
Das hier ist kein Marketingtext. Das ist eine offene Selbstverpflichtung.
I. Wie wir KI sehen
KI ist ein Werkzeug. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Wir entzaubern KI mit Absicht. Ein Stethoskop ist ein Werkzeug. Ein Mikroskop ist ein Werkzeug. Ein Pricktest ist ein Werkzeug. Jedes dieser Werkzeuge hat die Medizin in seiner Zeit verändert — und keines hat den Arzt ersetzt.
Künstliche Intelligenz wird die Medizin unserer Zeit verändern. Und auch sie wird den Arzt nicht ersetzen. Sie wird ihm das geben, was in praktisch jedem Gesundheitssystem der Welt zur knappsten Ressource geworden ist: Zeit. Zeit, einer Allergikerin wirklich zuzuhören. Zeit, in eine Studie zu schauen, statt sie aus dem Gedächtnis zu zitieren. Zeit, eine Differentialdiagnose zwischen allergischer Rhinitis, Sinusitis und nicht-allergischer Rhinopathie zu denken, statt sie zu vermuten.
Wer KI als Magie verkauft, lügt. Wer sie als Bedrohung verteufelt, blendet aus, dass das tatsächliche Risiko nicht die KI ist, die etwas tut — sondern die KI, die niemand bedacht hat.
KI ist ein Verstärker. Sie macht das, was man hineingibt, größer.
Das ist die wichtigste Wahrheit über KI, die niemand gerne ausspricht. Eine KI, die mit guter Wissenschaft trainiert wurde, verstärkt gute Wissenschaft. Eine KI, die mit Werbeversprechen trainiert wurde, verstärkt Werbeversprechen.
Wir trainieren unsere Systeme mit dem, was uns seit über 25 Jahren auszeichnet: peer-reviewter Forschung zur Hausstaubmilbenallergie, allergischem Asthma, atopischer Dermatitis und allergischer Rhinitis. Studien wie Brehler 2006 (Allergy) zur Wirkung dichtgewebter Milbenencasings. Cochrane-Reviews zur Allergenkarenz. Custovic-Arbeiten zur Hausstaubmilbenexposition im Kindesalter. EAACI-Leitlinien. ARIA-Empfehlungen zur allergischen Rhinitis. GINA-Strategie zum Asthma. Nationale und internationale Konsensuspapiere zur allergenspezifischen Immuntherapie. Diese Quellen sind nicht zufällig. Sie sind der Boden, auf dem unsere KI steht.
KI ist demokratisch. Wenn man sie lässt.
Ein erfahrener Allergologe kennt 200 Studien. Eine spezialisierte KI kennt 200.000. Ein Hausarzt hat in den meisten Ländern zwischen fünf und zwölf Minuten pro Patient. Eine KI hat keine Sprechstunde.
Daraus folgt nicht, dass die KI besser ist als der Arzt. Daraus folgt, dass eine Patientin mit guter KI-Unterstützung Zugang zu einer Tiefe an Wissen bekommt, die ihr sonst verschlossen bleibt — und die ihr Hausarzt seinerseits nutzen kann, ohne dafür eine Habilitation zur Allergologie zu schreiben.
Das ist die Demokratisierung von Spezialwissen. Sie ist die größte Chance, die Gesundheitsversorgung in entwickelten Ländern seit Jahrzehnten gehabt hat. Wir nehmen sie ernst.
KI ist nicht neutral. Aber sie kann transparent sein.
Jedes KI-System trägt die Annahmen seiner Macher. Das ist nicht zu bestreiten. Was sich bestreiten lässt — und was wir bestreiten — ist die Idee, dass diese Annahmen unsichtbar bleiben müssen.
Wir legen offen, mit welchen Modellen wir arbeiten. Wir legen offen, welche Quellen unsere Systeme nutzen. Wir legen offen, wer hinter welcher KI-Persona steht. Wir veröffentlichen Korrekturen. Wir dokumentieren Fehler. Wir lassen uns auf die Finger schauen.
Das ist anstrengender als das Gegenteil. Aber es ist der einzige Weg, mit dem KI in der Medizin auf Dauer Vertrauen halten kann.
II. Was uns antreibt
Der eine Patient unter einer Million
Es gibt einen Satz, der für unser ganzes Unternehmen gilt:
Wir möchten jeden Allergiker so beraten, als wäre er unser einziger Kunde.
Das ist organisatorisch unmöglich, wenn man es klassisch betreibt. Man bräuchte zehntausend Beraterinnen, die alle den gleichen Wissensstand zur Hausstaubmilbenallergie, zum allergischen Asthma, zur Hyposensibilisierung und zur Allergenkarenz hätten. Die alle rund um die Uhr erreichbar wären. Die alle die jeweilige Krankengeschichte des Patienten kennen würden. Die alle in der Muttersprache des Patienten antworten könnten.
Mit KI wird das möglich. Nicht in einer fernen Zukunft. Heute.
Das ist nicht Effizienz. Das ist Würde. Eine Mutter, die nachts wach ist, weil ihr Kind keuchend atmet, soll keine Hotline-Wartemusik hören. Sie soll eine Antwort bekommen, die ihr hilft, und sei es die Empfehlung, sofort eine Notaufnahme aufzusuchen.
Das treibt uns an. Das hier ist nicht E-Commerce. Das hier ist Versorgung.
Die Lücke zwischen Wissen und Versorgung
Es gibt seit Jahrzehnten eine Lücke in der medizinischen Versorgung, die in keinem Gesundheitssystem ehrlich benannt wird: die Lücke zwischen dem, was die Forschung weiß, und dem, was der einzelne Patient erfährt.
Über zwei Jahrzehnte vergehen im Schnitt zwischen einer publizierten Erkenntnis und ihrer breiten klinischen Umsetzung. Zwei Jahrzehnte. In dieser Zeit leiden Menschen unter Symptomen einer Hausstaubmilbenallergie, die mit einem geprüften Encasing erträglicher wäre. Schleppen Eltern Kinder mit chronisch verstopfter Nase durch Wartezimmer, ohne dass jemand die naheliegende Frage stellt. Leben Asthmatiker mit einer Allergenexposition, die sich mit einfachen Maßnahmen reduzieren ließe — weil niemand ihnen die Maßnahmen erklärt hat.
KI kann diese Lücke schließen. Nicht durch Magie. Durch Lesen. Durch Verfügbarkeit. Durch das Aushalten der Komplexität, die ein Arzt in sieben Minuten Sprechstunde nicht aushalten kann.
Dafür arbeiten wir. Das ist unser Beitrag.
Versorgung in der Fläche, global
Spezialisierte allergologische Versorgung ist überall der Welt ungleich verteilt. In den großen Metropolen Europas, Nordamerikas oder Asiens finden sich Hunderte Fachärzte. In ländlichen Regionen — egal ob Mecklenburg-Vorpommern, Schottland, ländliches Oregon oder Hokkaido — bleibt oft eine Handvoll. Das ist keine Anekdote. Das ist die Realität der Gesundheitssysteme, ehrlich beschrieben.
Eine spezialisierte KI ersetzt keinen Allergologen. Aber sie kann jemandem in einer dünn besiedelten Region dieselbe Erstinformation geben wie jemandem in der Innenstadt einer Hauptstadt. Sie kann den Weg zur Diagnose vorbereiten. Sie kann erklären, was eine Hausstaubmilbenallergie ist, warum die Beschwerden morgens schlimmer sind, was ein dichtgewebtes Encasing leistet und was es nicht leistet, welche Wartezeiten realistisch sind, welche Erstattungswege es im jeweiligen System gibt.
Das ist Gesundheitsversorgung in der Fläche. Sie war jahrzehntelang das Versprechen der Telemedizin und kam in der Praxis kaum an. KI macht sie endlich möglich.
Zeit. Immer wieder Zeit.
Wenn man Ärzte fragt, was ihnen fehlt, sagen sie nicht Geld. Nicht Anerkennung. Nicht Geräte. Sie sagen Zeit. Diese Antwort ist in Deutschland dieselbe wie in Frankreich, in Italien, in Großbritannien, in den Niederlanden, in Schweden, in den USA.
Zeit für den Patienten. Zeit, sich in eine Akte einzulesen. Zeit, eine neue Leitlinie zu studieren. Zeit, mit Kolleginnen zu sprechen. Zeit, einen Befund zu denken statt zu schreiben.
KI verschenkt diese Zeit nicht. Sie kann sie zurückgeben. Wenn ein Arzt eine Studienlage in zwei Minuten überblickt statt in zwei Stunden, sind das einhundertachtzehn Minuten, die der Patient bekommt. Wenn ein Arztbrief halb-automatisch entworfen wird statt vollständig getippt, sind das fünfzehn Minuten pro Brief. Bei zehn Briefen am Tag sind das zweieinhalb Stunden.
Das ist keine Theorie. Das ist die wichtigste Reform, die das Gesundheitswesen in der nächsten Dekade bekommen kann. Sie wird nicht zentral beschlossen. Sie wird in jeder Praxis, in jeder Klinik, in jeder Apotheke, in jedem Pflegeheim eingeführt.
Wir sind ein kleiner Baustein darin. Aber wir sind einer.
In der Sprache des Menschen
Allergien fragen nicht nach Herkunft. Sie treffen jeden, in jeder Sprache, in jedem Kulturkreis. Eine Familie mit Migrationsgeschichte hat in den meisten europäischen Ländern dieselben Versorgungslücken wie überall — nur eine zusätzliche Sprachbarriere zwischen sich und der Beratung, die sie bräuchten.
KI kann das ändern. Nicht perfekt — Übersetzungen bleiben Übersetzungen, kulturelle Eigenheiten bleiben Eigenheiten. Aber sehr viel besser als der heutige Status quo, in dem viele Menschen aus sprachlichen Gründen schlechtere Versorgung erhalten. Das ist nicht akzeptabel. Wir wollen das ändern, in jeder Sprache, in der wir gebraucht werden.
III. Was KI in der Medizin heute schon leistet
Damit das hier nicht abstrakt bleibt: eine kleine Inventur dessen, was heute bereits möglich ist. Nicht morgen. Heute.
- Mustererkennung in der bildgebenden Diagnostik. KI-Systeme erkennen diabetische Retinopathie auf Augenhintergrundfotos in einer Qualität, die mit erfahrenen Augenärzten konkurriert. Hauttumor-Klassifizierung durch KI erreicht in zahlreichen Studien die Trefferquote erfahrener Dermatologen. Mammografien werden in den ersten Ländern bereits parallel von KI ausgewertet.
- Triage und Risikostratifizierung. KI-Systeme erkennen frühe Anzeichen einer Sepsis Stunden, bevor klinische Symptome auftauchen. Sie identifizieren Patienten mit erhöhtem Reinfarktrisiko nach koronaren Eingriffen. Sie helfen, das Risiko schwerer Asthma-Exazerbationen aus Verlaufsdaten besser einzuschätzen.
- Studienarbeit und Leitlinienpräsenz. Eine spezialisierte KI mit Zugriff auf PubMed, Cochrane und die einschlägigen internationalen Leitlinien — EAACI, ARIA, GINA, WAO, AAAAI, BSACI — kann zu einer klinischen Frage in unter dreißig Sekunden eine evidenzbasierte Antwort liefern. Mit Quellen, Effektstärken, Evidenzgraden. Eine Untersuchung der Mayo Clinic (Lancet Digital Health 2024) zeigte für die Identifikation von Allergie-Triggern aus Patientendaten eine KI-Genauigkeit von 87 Prozent — vergleichbar mit erfahrenen Allergologen.
- Patientenedukation. Beipackzettel in einfacher Sprache. Erklärungen zur korrekten Inhalationstechnik bei Asthma. Ablauf einer Hyposensibilisierung verständlich aufbereitet. Adhärenz-Coaching über Monate bei subkutaner und sublingualer Immuntherapie. All das ist heute möglich, in jeder Sprache, zu jeder Tageszeit.
- Forschungsbeschleunigung. Proteinstrukturvorhersagen, die früher Jahre brauchten, dauern Minuten. Auswertungen von Real-World-Data, die früher Promotionsthemen waren, sind heute Werkzeuge des Arbeitsalltags. Allergen-Mustererkennung in molekularer Diagnostik wird zunehmend KI-unterstützt.
- Verwaltungsentlastung. Vorab-Entwürfe von Arztbriefen, Dokumentation klinischer Befunde, Codierung für Abrechnung, Anträge an Kostenträger. Jede dieser Aufgaben kostet im klinischen Alltag eine erschütternde Menge Zeit. Jede dieser Aufgaben lässt sich mit KI heute schon spürbar reduzieren.
Das ist nicht das Versprechen einer Werbeagentur. Das ist Stand der Technik im Frühjahr 2026.
IV. Was KI in der Medizin der Zukunft leisten wird
Wir machen keine Vorhersagen, die nicht begründet sind. Was hier folgt, ist keine Science Fiction, sondern eine konservative Hochrechnung dessen, was in den nächsten fünf bis zehn Jahren technisch reif sein wird.
Persönliche allergologische Begleitung über Jahre
Heute ist eine Allergikerin für ihren Arzt typischerweise ein Mensch mit einem Karteikarteneintrag, der einmal im Quartal aufgerufen wird. Morgen kann dieselbe Patientin eine personalisierte digitale Begleitung haben, die Symptome, Therapie, Allergenexposition und Verhalten kontinuierlich erfasst — und ihren Arzt im richtigen Moment alarmiert, statt erst, wenn es zu spät ist.
Das ist keine Überwachung. Das ist Versorgung, die endlich kontinuierlich wird. Heute betreuen wir allergische Erkrankungen in Episoden. Morgen betreuen wir Patienten in Verläufen.
Personalisierung, die ihren Namen verdient
Heute ist „personalisierte Medizin“ oft Marketing. Morgen wird sie real, weil KI imstande ist, Tausende von individuellen Variablen — Sensibilisierungsprofil, Komorbiditäten, Wohnumfeld, Verhalten, Genetik — gleichzeitig in einer Empfehlung zu verarbeiten.
Welche Strategie der allergenspezifischen Immuntherapie passt zu dieser konkreten Allergikerin mit Polysensibilisierung? Welche Allergenkarenz-Maßnahme verspricht in dieser konkreten Wohnsituation den größten Effekt — eine konsequente Encasing-Versorgung, eine Optimierung der Luftfeuchtigkeit, ein Wechsel des Bodenbelags, oder eine Kombination? Welches Inhalationsregime hat in der konkreten Adhärenzsituation des Patienten die beste Chance?
Diese Fragen werden heute zu oft schematisch beantwortet. Morgen werden sie zu jedem einzelnen Patienten passend beantwortbar sein.
Frühererkennung als Standard
Asthma-Exazerbationen kündigen sich in Daten an, die Patienten und Ärzte heute nicht systematisch auswerten. Pollenflug, Hausstaubmilben-Belastung in der Schlafumgebung, Atemmuster aus Wearables, Symptom-Tagebücher, lokale Wetterlagen, Innenraum-Luftqualität. Eine KI kann diese Datenströme zusammenführen und sechs bis zwölf Stunden vor einer Exazerbation warnen. Das verhindert Notaufnahmen. Das verhindert Hospitalisierungen. Das rettet Leben.
Die gleiche Logik gilt für anaphylaktische Reaktionen, Verschlechterungen der atopischen Dermatitis, Schübe bei chronischer Urtikaria.
Versorgung der seltenen Erkrankungen
Es gibt circa achttausend seltene Krankheiten, viele davon mit allergologischer oder immunologischer Komponente. Die meisten Allgemeinmediziner sehen in ihrem ganzen Berufsleben nur eine Handvoll davon, und in der Regel nicht erkannt — sie übersehen sie. Die durchschnittliche Diagnose-Odyssee bei seltenen Krankheiten dauert weltweit zwischen fünf und acht Jahren.
KI kann diese Zeit drastisch verkürzen. Indem sie aus einer Symptomkonstellation, die ein einzelner Arzt nie gesehen hat, eine Hypothese baut, die ein Spezialist sofort weiterverfolgen kann.
Pharmakovigilanz in Echtzeit
Heute heißt Pharmakovigilanz: Eine Nebenwirkung wird gemeldet, von einer Behörde geprüft, mit anderen Meldungen abgeglichen, statistisch ausgewertet — und nach Monaten als Warnsignal erkannt. Mit KI heißt Pharmakovigilanz: Auffällige Muster werden in Echtzeit erkannt, in Stunden statt in Monaten. Dasselbe gilt für Versorgungsforschung. Heute brauchen wir Studien. Morgen werden wir laufende Daten haben, die Studien hervorbringen, statt umgekehrt.
Disziplinen, die endlich zusammen denken
Allergologie der Zukunft ist nicht mehr nur Allergologie. Sie ist Allergologie plus Pneumologie plus Dermatologie plus HNO plus Pädiatrie plus Sozialmedizin plus Wohnumfeld-Analyse. Kein Arzt der Welt kann diese sechs Disziplinen für einen einzelnen Patienten in der Sprechstunde gleichzeitig denken. KI kann es. Und sie wird es zur Norm machen.
V. Wie wir KI bei uns einsetzen
Konkret. Heute.
- Beratung und Service. Anfragen zu Produkten, Größen, Materialien, Erstattung, Versand, Pflege von Encasings. Unsere KI-Beraterinnen kennen Ihre vorherige Korrespondenz, sofern Sie unter derselben Kennung schreiben. Sie ersparen Ihnen das Wiederholen.
- Rezept- und Auftragsverarbeitung. Lesen ärztlicher Verordnungen, Erstellung von Kostenvoranschlägen, Plausibilitätsprüfung. Vor jeder Produktion und jeder Rechnung steht eine menschliche Freigabe.
- Redaktion und medizinische Information. Ratgebertexte zur Hausstaubmilbenallergie, zur allergischen Rhinitis, zum allergischen Asthma, zur atopischen Dermatitis. Studienzusammenfassungen für Ärzte. FAQ-Beiträge für Patienten. Hintergrundartikel zur Allergenkarenz, zur Encasing-Wahl, zur Hyposensibilisierung. KI-erstellte oder KI-überarbeitete Inhalte sind als solche erkennbar.
- Produktion und Logistik. Kapazitätsplanung, Materialdisposition, Schnittoptimierung für dichtgewebte Encasing-Stoffe, Versandsteuerung. Davon merken Sie als Kunde nichts — Sie merken nur, dass es funktioniert.
- Forschung und Pharmakovigilanz. Beobachtung neuer Studien, Auswertung von Leitlinien-Entwicklungen bei EAACI, ARIA, GINA und nationalen Gesellschaften, Nebenwirkungs-Monitoring. Damit halten wir unseren eigenen Wissensstand aktuell — und teilen ihn mit Allergologen, die uns fragen.
- Internationale Versorgung. Mit jeder weiteren Sprache, die unsere Systeme verlässlich beherrschen, wächst die Zahl der Menschen, die wir erreichen können. Wir investieren genau hier.
Diese Liste beschreibt unseren heutigen Einsatz. Wir behalten uns vor, sie zu erweitern, sobald neue Anwendungen mit unseren Grundsätzen vereinbar sind.
VI. Was wir gerade bauen
Zwei Projekte verdienen es, in dieser Richtlinie ausdrücklich benannt zu werden, weil sie für unser Verständnis von KI in der Allergie-Versorgung zentral sind.
Allergosmart
Allergosmart ist unsere Plattform für vernetzte Allergie-Versorgung. Sie bringt zusammen, was im klassischen Versorgungsweg getrennt bleibt: die Allergikerin, ihren behandelnden Arzt, die ärztliche Verordnung, die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln und die kontinuierliche Begleitung im Verlauf.
Allergosmart entsteht als eigenständige Marke neben unseren Encasing-Marken. Sie steht für eine Idee, die uns wichtig ist: dass Allergie-Versorgung nicht ein einmaliger Kauf, nicht eine einzelne Verordnung, nicht ein zufälliger Arztbesuch sein sollte, sondern ein zusammenhängender Weg — vom ersten Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie bis zur stabilen Langzeitversorgung mit Hyposensibilisierung, Allergenkarenz und Symptomkontrolle.
Wir glauben, dass dieser Weg in den nächsten Jahren nur mit KI-Unterstützung wirklich tragfähig wird. Allergosmart ist unser Beitrag dazu.
AllergoGPT
AllergoGPT ist unser auf Allergologie spezialisierter KI-Assistent. Er ist kein Chatbot, der zu allem antworten soll — er ist ein Werkzeug, das genau eine Disziplin beherrschen soll: Allergie und ihre Versorgung.
Er soll Patientinnen Erstinformation in jeder Sprache geben, die wir unterstützen — verständlich, evidenzbasiert, ohne Verkaufsdruck. Er soll Ärzten Studienzusammenfassungen liefern, die ihnen Stunden Recherche ersparen. Er soll Selbsthilfeorganisationen, Apotheken und Pflegekräften ein zuverlässiges Nachschlagewerk an die Seite stellen.
Was AllergoGPT nicht ist: ein Ersatz für eine Diagnose. Ein Ersatz für eine Sprechstunde. Ein Ersatz für menschliche Beratung in schwierigen Lebenssituationen.
Beide Projekte folgen den Grundsätzen dieser Richtlinie. Beide werden in Etappen veröffentlicht, jede Etappe transparent dokumentiert. Wir berichten offen, was funktioniert — und was nicht.
VII. Wo wir bewusst Grenzen ziehen
Es gibt Dinge, die wir nicht tun. Nicht, weil das Gesetz es uns verbietet — sondern weil wir sie für falsch halten. Manche davon sind ohnehin verboten, manche nicht. Bei uns alle.
- Wir stellen keine Diagnosen. Auch nicht als „Hinweis“, auch nicht als „Vorabeinschätzung“. Eine Diagnose ist Aufgabe eines Arztes. Punkt.
- Wir geben keine Therapieempfehlungen. Keine Medikamente, keine Dosierungen, keine Behandlungspläne. Auch nicht zur Hyposensibilisierung, auch nicht zu Antihistaminika, auch nicht zu inhalativen Kortikoiden.
- Wir analysieren keine Emotionen, um Verkaufsstrategien zuzuschneiden.
- Wir bauen keine psychografischen Profile zur Vermarktung.
- Wir setzen keine manipulativen verhaltensökonomischen Tricks ein.
- Wir bewerten Sie nicht nach Wohnort, Einkommen oder Versicherungsstatus.
- Wir verarbeiten keine biometrischen Daten.
- Wir veröffentlichen keine KI-Werbung, die medizinrechtlich nicht trägt — auch wenn das KI-System überzeugend formuliert ist. Wenn es nicht haltbar ist, geht es nicht raus.
- Wir geben keiner KI das letzte Wort in Entscheidungen, die Sie betreffen. Vor jeder Folge — Rechnung, Versand, Reklamation, Erstattungsantrag — steht ein Mensch.
Diese Liste ist nicht das Ende unserer Selbstverpflichtung. Sie ist ihr Mindeststandard.
VIII. Transparenz und Kennzeichnung
Wer hinter unseren KI-Personas steht
Wir geben einigen unserer KI-Systeme Namen. Wir tun das aus einem einzigen Grund: weil ein Name und eine Zuständigkeit einem Gespräch Struktur geben. Die eine Persona ist für Kundenservice da. Die nächste für medizinische Inhalte. Die dritte für Recherche und Redaktion. Die vierte für Buchhaltungsvorbereitung.
Diese Personas sind keine fiktiven Mitarbeiter. Sie sind klar abgegrenzte KI-Funktionen mit definierter Zuständigkeit, definiertem Modell und menschlicher Aufsicht. Auf jeder Profilseite finden Sie den Hinweis, dass es sich um ein KI-System handelt. Sie können jederzeit verlangen, mit einem Menschen zu sprechen. Sagen Sie es einfach. Sie werden weitergeleitet, ohne dass wir nachfragen, warum.
Kennzeichnung KI-erstellter Inhalte
Beiträge, die ganz oder überwiegend durch KI erstellt oder überarbeitet wurden, sind als solche erkennbar — durch Autorenkennzeichnung, Hinweis am Beitragsende oder einen entsprechenden Tooltip. Dasselbe gilt für KI-generierte Bilder, synthetische Stimmen oder KI-bearbeitete Videos.
Werbung wird als Werbung gekennzeichnet. Erfahrungsberichte echter Patientinnen und Patienten kennzeichnen wir als solche. KI-generierte fiktive Patientenstimmen oder Testimonials setzen wir in werblichem Kontext nicht ein.
Modelle und Anbieter
Wir setzen die jeweils geeignetsten Modelle führender Anbieter ein. Die konkrete Auswahl entwickelt sich kontinuierlich auf Basis von Qualität, Datenschutz und Verfügbarkeit. Auf berechtigte Anfrage legen wir offen, welche Modelle in welchen Bereichen zum Einsatz kommen.
IX. Datenschutz und Sicherheit
Den vollständigen Umgang mit Ihren Daten beschreibt unsere Datenschutzerklärung. Hier nur, was KI-spezifisch ist:
- Daten in Europa. Unsere zentralen Systeme arbeiten mit Hosting in der Europäischen Union. Externe KI-Dienste setzen wir auf Grundlage dokumentierter Auftragsverarbeitungs- und Datenübermittlungs-Vereinbarungen ein.
- Keine Modell-Trainings-Nutzung Ihrer Daten. Wir setzen unsere KI-Dienste so ein, dass Ihre personenbezogenen Inhalte nicht für das Training fremder KI-Modelle verwendet werden. Wo Anbieter dies vorsehen, deaktivieren wir die Trainings-Nutzung vertraglich oder technisch.
- Keine ausschließlich automatisierten Entscheidungen. Wir treffen Ihnen gegenüber keine Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung allein durch automatisierte Verarbeitung im Sinne von Art. 22 DSGVO.
- Keine Weitergabe für Werbung Dritter. Ihre Beratungs-Historie verlässt unser Haus nicht für fremde Werbezwecke.
- Ihre Rechte. Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Übertragbarkeit, Widerspruch, Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde — alles, was die DSGVO und vergleichbare Datenschutzgesetze in Ihrer Jurisdiktion Ihnen zusichern, sichern wir Ihnen zu.
X. Qualitätssicherung und Korrektur
Unsere KI-Systeme werden mit kuratierten Quellen abgeglichen — PubMed, Cochrane, EAACI-Leitlinien, ARIA-Empfehlungen, GINA, WAO, nationale Konsensuspapiere, aktuelle Rechtsprechung. Medizinisch relevante Aussagen werden gegen diese Quellen geprüft.
Wenn Sie einen Fehler in einer KI-Auskunft bemerken, melden Sie ihn uns. Wir korrigieren ihn, dokumentieren ihn intern und nutzen ihn zur Verbesserung unserer Systeme. Schwerwiegende Fehler informieren wir Ihnen aktiv mit. Korrektur statt Kosmetik — das ist Teil unserer Selbstverpflichtung.
XI. Rechtsgrundlagen, denen wir verpflichtet sind
Diese Richtlinie ist konform mit den einschlägigen Vorschriften der Europäischen Union, des Vereinigten Königreichs, der Schweiz und — soweit anwendbar — der Vereinigten Staaten von Amerika sowie weiterer Jurisdiktionen, in denen unsere Angebote zugänglich sind. Insbesondere mit:
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung / AI Act)
- Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung)
- Verordnung (EU) 2017/745 (Medizinprodukteverordnung)
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act)
- UK GDPR und UK Data Protection Act 2018
- Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG)
- Bundesdatenschutzgesetz Deutschland (BDSG)
- Heilmittelwerbegesetz Deutschland (HWG) und entsprechende Werbevorschriften für Medizinprodukte in der EU
- Federal Trade Commission Act, Section 5 (USA)
- California Consumer Privacy Act / California Privacy Rights Act sowie weitere State Privacy Acts
- Colorado Artificial Intelligence Act (2024), soweit anwendbar
Sie deckt zugleich die Mindeststandards des NIST AI Risk Management Framework und der OECD AI Principles ab.
XII. Was diese Richtlinie nicht ist
- Sie ist keine Garantie auf Fehlerfreiheit. KI-Systeme machen Fehler. Wir geben uns Mühe, sie zu finden — wir bekommen nicht jeden. Wo wir Fehler finden, korrigieren wir sie.
- Sie ist kein Versprechen, jede Technologie einzusetzen oder zu meiden. Wir behalten uns vor, neue KI-Werkzeuge zu nutzen, soweit sie mit unseren Grundsätzen vereinbar sind.
- Sie ist kein medizinischer Rat. Auch dieses Dokument hier ersetzt keinen Arzt.
- Sie ist kein Vertragsbestandteil. Sie ist eine öffentliche Selbstverpflichtung. Daraus entstehen Vertrauensschutz und Reputationsanspruch — keine eigenständigen vertraglichen Sekundäransprüche, die nicht ohnehin aus Datenschutzrecht und Gesetz folgen.
XIII. Aktualisierung
Wir behalten uns vor, diese Richtlinie an Veränderungen der Rechtslage, der Technologie und unserer eigenen Praxis anzupassen. Wesentliche Änderungen kennzeichnen wir und versionieren das Dokument.
Die jeweils aktuelle Fassung finden Sie in der jeweiligen Landessprache auf den Webseiten unserer Marken.
Schlusswort
Wir haben Künstliche Intelligenz in unser Unternehmen nicht hereingelassen, weil es modisch wäre. Wir haben sie hereingelassen, weil wir mehr Allergiker besser beraten können, wenn wir sie klug einsetzen. Weil ein Vater in Lissabon, eine Mutter in Stockholm, ein Kind in Wien oder ein Jugendlicher in Vancouver dasselbe Recht auf gute Information zu seiner Hausstaubmilbenallergie hat wie ein Patient in der nächstgelegenen Universitätsklinik einer Hauptstadt.
Der Standard, dem wir uns seit über 25 Jahren verpflichten — saubere Produkte, ehrliche Aussagen, persönliche Beratung — ändert sich dadurch nicht. Die Werkzeuge schon. Wir glauben, dass die nächsten zwei Jahrzehnte der Medizin von Menschen geschrieben werden, die diese neuen Werkzeuge nicht abgelehnt und nicht vergöttert haben. Sondern verstanden.
Wir möchten zu denen gehören. Sie dürfen uns daran messen.
Stimmen aus dem echten Leben.
Schreiben Sie uns. Mindestens mit Ihrem Vornamen. Wir lesen jeden Kommentar — und schalten ihn nach kurzer Prüfung frei.